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Mediadaten 2019

Es braucht mehr Teilzeitstellen im Maler- und Gipsergewerbe

Gemäss einer Umfrage im Rahmen des Projekts «Teilzeitbau» ist die Nachfrage nach Teilzeitarbeit im Maler- und Gipsergewerbe grösser als das Angebot. Für familienfreundliche Arbeitsbedingungen und den Erhalt von Fachkräften braucht es mehr Teilzeitstellen. Mit Hilfe von Teilzeitförderprojekten für Unternehmen will «Teilzeitbau» die Situation in der Branche verbessern.

Mehr Teilzeitstellen im Maler- und Gipsergewerbe sind nötig: Dieser Meinung ist sowohl eine Mehrheit der Unternehmen (60%) wie auch der Arbeitnehmenden (70%). Insgesamt 864 Arbeitnehmende und 311 Unternehmen des Maler- und Gipsergewerbes der Deutschschweiz beteiligten sich an der Umfrage im Rahmen des Projekts «Teilzeitbau» (Hintergrund des Projekts siehe Kasten). Die Zustimmung zu Teilzeitarbeit fällt im Malergewerbe bei Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden grösser aus als im Gipsergewerbe. Am weitaus höchsten ist die Zustimmung bei den Frauen: 90% der Malerinnen und 5 von 6 Gipserinnen finden, es brauche mehr Teilzeitstellen. Bei den Männern sind 67% der Maler und 49% der Gipser dieser Meinung. Ebenfalls auf grosse Zustimmung stösst das Anliegen bei den jungen Arbeitnehmenden: 82% der bis zu 26-jährigen Arbeitnehmenden finden es wichtig, dass es mehr Teilzeitstellen in der Branche gibt. Als wichtigster Grund für Teilzeitarbeit nennen Arbeitnehmende und Arbeitgebende die Familie.

Vor allem junge Männer wollen sofort eine Teilzeitstelle

Die Umfrage hat auch die Nachfrage nach Teilzeitarbeit erfasst: Jede/r 10. Vollzeitarbeitnehmende möchte am liebsten sofort von einer Vollzeit- auf eine Teilzeitstelle wechseln, und zwar unabhängig von Branche und Geschlecht. Am häufigsten äussern 32- bis 36-jährige Männer diesen Wunsch (23% der Männer in dieser Alterskategorie). Durchschnittlich 38% der Vollzeitarbeitnehmenden antworteten mit «vielleicht in den nächsten Jahren». Hier gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Berufen: Jede 2. Malerin, jeder 3. Maler und jeder 4. Gipser könnte sich dies vorstellen. Am deutlichsten ist der Wunsch nach einer mittelfristigen Teilzeitstelle bei den jungen weiblichen Arbeitnehmenden (56% der Frauen bis 36 Jahre).

Beratung und Unterstützung für Unternehmen

Die Umfrage zeigt: Die Nachfrage nach Teilzeitarbeit ist grösser als das Angebot. Für familienfreundliche Arbeitsbedingungen braucht es mehr Teilzeitstellen. Doch Teilzeitarbeit erfordert eine Umstellung von gewohnten Abläufen, insbesondere bei der Einsatzplanung und der Arbeitsorganisation. Interessierte Unternehmen können sich deshalb um Teilzeitförderprojekte bewerben und von Beratung und Unterstützung durch einen Arbeitsorganisationsexperten profitieren. Gesucht werden Betriebe verschiedener Grössen und Berufsgruppen des Maler- und Gipsergewerbes, die Teilzeitarbeit in ihrem Unternehmen fördern und zusätzliche Teilzeitstellen schaffen wollen. Aus den Erfahrungen der Teilzeitförderprojekte werden in einem weiteren Schritt Hilfsmittel entwickelt, die es erleichtern, Teilzeitarbeit im Betrieb umzusetzen.

Hintergrund des Projekts Teilzeitbau: Abwanderung von weiblichen Fachkräften

Mit der Umfrage wird die erste Phase des Projekts «Teilzeitbau» abgeschlossen. Hinter dem Projekt stehen der Schweizerische Maler- und Gipserunternehmer-Verband SMGV, die Gewerkschaften Unia und Syna und der Verein Pro Teilzeit. Das Eidgenössische Gleichstellungsbüro unterstützt das Projekt mit Finanzhilfen. Die Förderung von Teilzeitarbeit im Maler- und Gipsergewerbe soll die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Männer und Frauen ermöglichen und somit zum Erhalt von Fachkräften beitragen. Dies vor dem Hintergrund der Abwanderung von weiblichen Fachkräften. Rund 40% der Lernenden im Malergewerbe sind Frauen – und das seit 20 Jahren. Doch fast die Hälfte dieser ausgebildeten Malerinnen kehrt dem Beruf im Alter von 27 bis 36 Jahren den Rücken. Dadurch verliert das Malergewerbe viele Fachkräfte. Ein Grund für die Abwanderung der Frauen könnten fehlende Teilzeitstellen sein: Im Maler- und Gipsergewerbe beträgt der Anteil an Teilzeitstellen im Bereich des Gesamtarbeitsvertrages ca. 4%. Das ist zehnmal weniger als der gesamtschweizerische Durchschnitt von rund 40%.

 

Zusammenfassung und ausführliche Umfrageresultate: www.teilzeitbau.ch/resultate

 

Projekt Teilzeitbau

Verein Pro Teilzeit, Cadonaustrasse 53, 7000 Chur
Tel. 079 203 17 72
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www.teilzeitbau.ch